Vereinschronik - heimat

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Geschichte der Heimatfreunde - seit 1984
verfasst von unserem Mitglied Herrn Hans Eichhorn
Wilhelm Spiller
(zweiter von links)
und Centa Riedelsheimer
(Foto unten) überließen
dem Heimatmuseum zahlreiche
Exponate, die hier von
Bürgermeister Eichhorn und
Rektor Strobel erfreut in
Empfang genommen werden.
Beim Festvortrag „Aus der Vergangenheit Asbach-Bäumenheims“ anlässlich der Gründung der VHS-Außenstelle am 16.2.1978 hat der damalige Kreisheimatpfleger Dr. Schwarz konstatiert, dass „die Geschichtsforschung auf dem Lande schwieriger und wenig ergiebig sei“ – eine vollständige Ortschronik bzw. Heimatbuch gab es seinerzeit noch nicht.  Der frühere Bayer. Staatsminister und Ehrenbürger Anton Jaumann hat bei einem der ersten Besuche zu Beginn meiner Bürgermeistertätigkeit gesagt „es gelte Nachholbedarf wettzumachen“. Das galt anfangs der achtziger Jahre vor allem für die Infrastruktur des Ortes, aber auch für die Kultur.
Für unseren ortsfremden Schulleiter Strobel wie für mich, als neu zugezogenem Vereinsbegründer, war es Ansporn in Verbindung mit der Volkshochschule und den Vereinen Traditionen zu unterstützen und Heimatbewusstsein zu fördern.
Die Gattin des früheren Bürgermeisters, Centa Riedelsheimer, brachte schon früh manchen museumsreifen Gegenstand und manche Antiquität als Anschauungsobjekt für die Schule. Es wurden gezielt alte Gerätschaften und Produkte der alteingesessenen Industriebetriebe erworben. Zwei Räume im Altbau der Verbandsschule dienten fortan zur Aufbewahrung von Museumsgegenständen. Im Frühjahr 1983 war der erste „Tag der offenen Tür.“ Verstärkt wurde 1983/84 bei den Vorarbeiten für das Heimatbuch Vergessenes in Bild und Schrift sowohl für das Museum (mit historischer Schulstube) als auch für das Archiv zusammengetragen. Die 90jährigen Jubiläen der beiden großen Vereine (Männergesangverein und TSV) im Jahr 1984 brachten zusätzlich Material über die jüngere Ortsgeschichte, ein Fundus von Bild- und Textmaterial für das 1994 vom Verein herausgegebene zweite Heimatbuch „Alte Bilder erzählen von Asbach, Bäumenheim und Hamlar“. Gründungsmitglieder wie der langjährige Gemeinderat und spätere Archivpfleger Quirin Wegele, die stellvertretenden Bürgermeister Johann Ruider und Rainer Hurle, aber auch Gemeinderäte wie Pius Schmidt, Emmeran Mayr, Reiner Mayer bzw. Männer der ersten Stunde wie Karl Eggert, Josef Reicherzer, Konrektor Bernhard Rössner und der spätere zweite Bürgermeister Andreas Haupt erwiesen sich als besonders aktiv.

Der weitere Ausbau des Schul-Heimat-Museums wurde das Anliegen vieler, wobei nicht nur das damals bereits bestehende Schulmuseum in Ichenhausen inspirierte. Die Unterbringung von immer mehr musealen Gegenständen (Modelle von Kirchen, Gemeindebauten, eine wertvolle Leihgabe geologischer Funde von Apotheker Petersenn und diverse Antiquitäten von Wilhelm Spiller, war in der Schule aus Platzgründen allein nicht mehr möglich. Größere Geräte, z. B. Maschinen der Firmen Droßbach/Mey und Dechentreiter, mussten am Bauhof bzw. ab 1987 in der im Zuge der Ortskern-Sanierung erworbenen GEDA-Halle gelagert werden.
Das Bemühen aller politischer Gruppierungen war nicht nur im Kommunalwahlkampf 1984 unverkennbar: unsere Heimat lebens- und liebenswerter zu gestalten. Das zeigt ein Blick in die Wahlbroschüren. Erstmals installierte man anstelle des Festausschusses einen Kultur- und Veranstaltungsausschuss. So wuchs auch bei den Gemeindeverantwortlichen das kulturelle Bewusstsein. Die neu geschaffene Ehrungssatzung ist ein Beweis für den spürbaren Willen ehrenamtliches und gesellschaftliches Wirken öffentlich anzuerkennen. Der Verband der Heimatvertriebenen, VdH, mit
Richard Dollo an der Spitze, feierte sein 30. Gründungsfest. Der Heimatgedanke hatte bei einer solchen Schicksalsgemeinschaft eine besondere Bedeutung, aber auch bei der Sudetendeutschen Landsmannschaft bzw. der Ortsgemeinschaft der Eichenthaler.
Kurz nach der offiziellen Vereinsgründung fand ein Treffen mit allen Verbänden und Vereinen am Ort statt, um unseren neuen Verein vorzustellen, wobei auch die unterschiedlichen Ziele bzw. die Ausrichtung zwischen dem zwei Jahre zuvor gegründeten Kulturclub und den Heimatfreunden deutlich wurde.
In den Folgejahren unterstützte die Musikkapelle des 1985 von Herwig Langer gegründeten Musikvereins das Maibaum-Aufstellen mit Schulkindertänzen; Antoniusfest, Albanusfest und Volks- bzw. Kinderfest erlebten mit den neu geschaffenen Trachten der Schuljugend glanzvolle Höhepunkte. Das von Lehrer Franz Gründl komponierte und getextete Heimatlied war damals öfter zu hören: Die Informationsschrift des örtlichen Gewerbeverbandes, das AB-Schaufenster, war über all die Jahre neben dem Amtsblatt in der Donauwörther Zeitung ein viel genutztes Forum für die Vereine.

Das Heimatbuch-Gremium (ins Leben gerufen 1983) unter Leitung des Donauwörther Schriftstellers Josef Walter König schloss die jahrelange Arbeit mit den Autoren mit der Drucklegung 1987 ab. Zuvor schon übergab der Schulleiter und neu gewählte Vorsitzende Strobel Ende 1984 die erstmals erstellte Schul-Chronik an den Schulverband. Bei den weiteren kulturellen Aktivitäten erwies es sich als besonderer Vorteil, dass der Gründungsvorsitzende in Personalunion neben der VHS-Außenstelle auch die Heimatfreunde führte. Viele Gemeinschaftsveranstaltungen in der Verbandsschule, Konzerte, Bildungsfahrten und Ausstellungen aller Art dokumentieren das Wirken der Lehrerfamilie Strobel wie auch verschiedener Pädagogen in der Verbandsschule, z. B. Georg Meiershofer und Renate Thornau. Schon früh erhielt unser verdienter Vorsitzender die Goldene Bürgermedaille der Gemeinde. Mit seinem Tod im Januar 2005 verlor der Verein einen wichtigen Impulsgeber des kulturellen Ortsgeschehens. Schon früh erhielt unser verdienter Vorsitzender die Goldene Bürgermedaille der Gemeinde. Mit seinem Tod im Januar 2005 verlor der Verein einen wichtigen Impulsgeber des kulturellen Ortsgeschehens.
Nach der niveauvollen Aufbau-Ära Strobels übernahm der wohlbekannte Quirin Wegele, ein Mann der ersten Stunde, für knapp drei Jahre als Vorsitzender (ausgezeichnet mit der Goldenen Bürgermedaille und erstes Ehrenmitglied des Vereins) die Vereinsgeschicke mit Unterstützung einer erprobten Vorstandschaft. Der Generationswechsel gelang mit dem jetzigen Vorsitzenden und seinem Stellvertreter, beide Einheimische und Vertreter der Nachkriegsgeneration. In 25 Vereinsjahren hat nicht nur die Führung gewechselt, Heimatgeschichte wurde bleibend dokumentiert (Dechentreiter-Büste, FENDT-Indus-
triestele, Filme, CDs über das Gemeindegeschehen) es ergaben sich neue Möglichkeiten für den Ausbau der Vereinsarbeit (Ausstellungen und Veranstaltungen aller Art in der neu entstandenen Schmutterhalle ab Ende 1987). Augenfällige Veränderungen zeigen sich beim Betrachten der heimatlichen Gefilde aus der Vogelperspektive (Südumgehung, neue Gewerbe- und Siedlungsgebiete, Trassierung der Bundesstraßen 2 bzw. später B 16 im Norden) auf einem Luftbild aus dem Jahre 2006.
Manches, wie das über 20 Jahre existierende ehemalige Schul-Heimatmuseum, ist nur mehr in einschlägigen Publikationen, z. B. „Museen in Schwaben“ zu finden. An der Schwelle des Erinnerungsjahres brauchen wir als geschichtsbewusste, moderne Industriegemeinde sowohl eine neue Bleibe für das Erbe unserer Vorfahren als auch eine fällige Neukonzeption (Industrie-Dorf-Museum?) für die nahe Zukunft. Gleichzeitig freuen wir uns auf das in Aussicht gestellte Haus der Vereine mit Räumen für unser gewachsenes Vereinsarchiv.
 
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